Inneres Netzwerken

Fast einen Monat ohne Internet, zeitweise auch ohne Telefon.

Mittlerweile durch und durch warteschleifenerprobt, blicke ich zurück auf eine Zeit voller verschiedenster Emotionen. 

 

Natürlich war ich, vor allem anfangs, oft genug auch genervt, scheinbar "von der Welt abgeschnitten zu sein", doch je länger der Zustand anhielt, desto ruhiger und entschleunigter wurde mein Leben.

Ich habe öfter mit der Hand geschrieben, Bücher gelesen, immer wieder bewusst eine CD ausgewählt, z.B. anstatt etwas auf facebook zu verfolgen, und habe, statt im world wide web, ein inneres Netzwerk verfolgt.

Ich bin in Gedanken all die Menschen durchgegangen, mit denen mich etwas verbindet, die ich liebe und schätze, und von denen ich lernen kann.

So wurde zwar mein PC immer einsamer, dafür mein Herz aber immer weiter.

Seit gestern ist unser Internet vollends intakt und auch die Telefonleitung ist wieder frei. Einerseits bin ich natürlich froh darüber, andererseits sehe ich dem Ganzen auch mit gemischten Gefühlen entgegen.

 

Vielleicht kann ich ein Stückchen Bewusstheit und Entschleunigung mitnehmen in meine jetzt wieder elektronische Welt.

Eines bleibt auf jeden Fall: Die Dankbarkeit dafür, dass mein inneres Netzwerk groß ist, intensiv und bereichernd.